Robbe Ornith Elektrisch FBL

Vorbereitung:


Nachdem der Ornith-E nun eine Saison erfolgreich mit Paddel geflogen ist und ich noch ein MicroBeast "übrig" hatte, entstand die Idee, den Ornit-E nach der Elektroumrüstung jetzt auf Flybarless umzurüsten. Der Paddelkopf war schnell abgebaut. Paddelkopf


Recherche:

Ornith&Logo KopfViele Tests, die ich aus den Magazinen gesammelt habe,  wurden ausgegraben und gelesen. Eine Internetsuche ergab mehrere mögliche FBL-Köpfe für eine 10mm Rotorwelle.

Durch Zufall lag dann die Rotorwelle des Ornith neben der meines Logo500SE und es war einfach zu erkennen, dass sowohl die Länge als auch die Bohrungen ganz gut passen könnten. Den Logo-Kopf fliege ich sehr gerne und der Kopf ist auch sehr einfach aufgebaut - also kurzerhand das Ornith Zahnrad auf die Logo Welle schrauben und einbauen.

Gesagt-getan und alles passte perfekt. Die fehlenden Logo500SE-FBL Kopf Teile habe ich dann  beim Himmlischen Hoellein bestellt.

Im Mikado Tütchen waren dann zwei verschiedene Blatthalter :( . Eine kurze mail an den Himmlischen Hoellein und kurz darauf war ein neues Tütchen Blatthalter in der Post. Wie immer ein perfekter Service des Hoellein Teams.

Die Ornith-Taumelscheiben-Servos Graupner C5077 habe ich erstmal im Heli belassen, sie sind mit 0,13s @45Grad sicher schnell genug für meinen Flugstil und ob die 50Ncm Drehmoment für FBL reichen werden, wird sich zeigen.


Antrieb:

Das setup des Elektroantriebs bleibt identisch zum Paddelkopf:
Motor Scorpion HK4025-890, kV=890 U/V
2kW @ 6S, 80A (2,7kW@8S)
Motorritzel 9 Zaehne, Modul 1 (Übersetzung 10:1)
Regler YGE 100 mit eingebautem  3A SBEC (5A Peak) programmiert auf Heli Governer Mode
Kopfdrehzahl 1550 rpm @ 60% Regleroeffnung
Maximalstrom 80A peak @ +/- 9 Grad Pitch
Akku 6S 5000mAH


MicroBeast Einbau und Schwerpunkt:

Das Microbeast V2.0  kommt auf die Gyroplatform anstelle des 401er Gyros. Das Microbeast kann Summensignale verarbeiten deshalb kommt ein Robbe/Futaba R6203SB SBUS Empfänger zum Einsatz, der an der Seite nahe des BEASTs eingebaut wird. Dadurch muss auch der Regler von der Akkuplatte an die linke Seite zurückverlegt werden (ich wollte keine Verlängerung in das Reglerkabel einbauen).

Erstes Auswiegen zeigt, dass der Akku weiter nach vorne muss als bisher möglich, um den Schwerpunkt einstellen zu können. Den Schwerpunkt messe ich indem der Rotorkopf 90Grad zum Rumpf gedreht und der Heli an den Blatthaltern angehoben wird. Der Schwerpunkt ist richtig eingestellt, wenn der Heli waagerecht auspendelt.
Den Akku auf der Akkuplatte selbst befestigt ergibt einen Schwerpunkt zu weit vor der Rotorwelle. Ich habe dann kurzerhand die Akkuplatte ausgebaut, mit selbstklebendem Klettband (Hakenband) versehen und umgedreht (Oberseite nach unten) wieder angeschraubt. Der Akku wird, mit Flauschband versehen, von unten an die Akkuplatte "geklettet" und muss natürlich noch mit einem Klettband um Akku und Akkuplatte gesichert werden. Um den Akku weit genung nach hinten schieben zu können wird jetzt noch das Platikteil, das beim Verbrenner die Luft am Zylinder vorbeileitet entfernt. So passet der 6S 5000mAh Lipo gerade so zwischen das Chassis und der Schwerpunkt kann einfach durch verschieben des Akku eingestellt werden.


Einstellung des MicroBeast:

Grundeinstellung (setup) Menu:
A, Einbaulage: blau, liegend
B, TS Frequenz: violett, 50Hz TS Servos Graupner C5077
C, Heck Impuls: blau, 1520us, Graupner DS8700
D, Heckservo Frequenz: rot, 270Hz, Graupner DS8700
F, Hecksensorrichtung: rot
H, TS-Mischer: rot, 120Grad
I, TS-Laufrichtung: violett
M, TS-Sensorrichtung: rot
N, Pirouettenoptimierung: rot

Parameter Menu:
B, Steuerverhalten: rot, pro
C, Aufbäumkompensation: rot, mittel
D, Heading lock: violett, niedrig
E, Knüppel Totzone: rot-blinkend, 2
F, Heckdrehmomentausgleich: violett, aus

Erstflug des Ornith-E FBL:

Zum Erstflug hatte es nur vier Grad und es war windig, nicht ideal, aber der Heli wollte fliegen. Auf dem Flugplatz werden alle Funktionen nochmals geprueft, bei einem FBL System ist vor allem immer vor dem Erstflug die Wirkrichtung der Gyros nochmals zu testen. Ist die Wirkrichtung falsch, ist der Heli unfliegbar.
Einfliegen mit IDLEUP 1. Mit 1530rpm am Kopf hebt der Ornith-E FBL ab und steht ruhig in der Luft, FBL eben. Trimmen war nicht nötig, der Spurlauf stimmte. Im Rundflug war der Ornith-E schon gutmütig, aber mit dem MicroBeast ist er noch etwas stabiler und der Wind macht dem Ornith so gut wie nichts aus, FBL eben.

Der Aufwand hat sich gelohnt und der Ornith-E FBL ist sogar noch ein wenig wendiger als mit Paddel.
Eine kleine Randbemerkung, ein 3D Heli wird der Ornith durch den Umbau nicht, war er aber auch mit dem 6,5ccm Magnum nicht. Der finanzielle Aufwand für den Umbau beläuft sich auf etwa 100 Euro für den Rotorkopf und 150 Euro für das Beast.
Ornith-E-FBL

Technische Daten Ornith-E:

Ornith Standard Mechanik
Rotorblaetter:                   Blattschmied JAZZ 550
Rotordurchmesser:         1250mm
Haptzahnrad:                    original, 89 Zaehne, Modul 1
Motor:                                  Scorpion HK4025-890, 890 U/V, 2kW @ 6S,80A
Motorritzel:                        9 Zaehne, Modul 1 vom Kyosho Caliber 550E
Regler:                                 YGE 100 mit eingebautem  3A BEC
Sender:                                T8FG 2,4Ghz
Empfaenger:                      Robbe/Futabe R6203SB SBUS
TS-Servos:                           Graupner C5077
FBL:                                      MicroBeast von BeastX
Heckservo:                         Graupner DS8700
Kopfdrehzahl :                  1500 rpm @ 60% Regleröffnung und 1700rpm mit 70% Regleröffnung
Maximalstrom:                 85A peak @ +/- 9 Grad Pitch
Akku:                                   6S 5000mAH (SLS EP oder Dymond ZC)
Pufferakku:                        4,8V, 900mAH NiMH
Abfluggewicht:                 3550g

Weitere Flugerprobung:

Nach einigen Flügen habe ich festgestellt, dass der Ornith nach Abschüngen im Geradeausflug zum Aufbäumen neigt, bei niedriger Geschwindigkeit sogar nach hinten kippt. Der Schwerpunkt stimmt, also kurz im BeastX-Forum suchen, ob es dazu Info gibt. Im Forum werden mehrere mögliche Ursachen besprochen, u.A. auch  Rotorblätter mit viel Vorlauf. Ich flog bis dahin noch die Blattschmied JAZZ Blätter auf dem Ornith. Eine mail-Anfrage bei Blattschmied ergab keine weiteren Informationen und auch Vorlaufdaten zu den Blättern, nur den Vorschlag den Vorlauf selbat zu messen.

Ich habe kurzerhand Spinblades 550mm FBL bestellt und den Vorlauf verglichen. Die Spinblades haben 2-3mm Vorlauf die JAZZ haben 7-8mm Vorlauf.
Das Ergebnis vorweg, die SpinBlades FBL haben das Problem gelöst. Der Heli schwebt nach dem Abschwung aus und driftet dann mit leicht hängendem Heck mit dem Wind rückwärts, aber er kippt nicht mehr nach hinten.

Eine weitere interessante Feststellung ist, dass die Spinblades mehr Anstellwinkel baruchen, um den gleichen Auftrieb zu erzeugen. Die Jass flog ich mit +/- 7,5 Grad, für die Spinblades war das, zusammen mit dem kalten Winterwetter, das ja bekanntlicherweise die LiPos nicht mögen, nicht ausreichend. Der Heli stieg damit kaum nach oben. Ich habe nun +/- 9 Grad eingestellt. Nach dem Winter folgen weitere Tests.