Robbe Ornith Elektrisch
Wie alles anfing:

Mit dem Robbe Ornith habe ich das Heli-Fliegen erlernt. Es ist ein
Standardpaket mit 6,5ccm Magnum und ich fliege 550er JAZZ
Hauptrotorblätter und Heckrotorblätter von Blattschmied,
Analogservos und einen GY401.
Nachdem ich inzwischen einen T-Rex 500 (5S3700mAh) und einen Logo
500SE (6S5000mAh) fliege, nahm ich den Ornith nur noch sehr selten
mit auf den Platz. Obwohl ich den Heli gerne fliege, weil er einfach
sehr stabil fliegt, ist mir die ganze Arie mit dem Verbrenner
einfach zu aufwändig, zumindest im Vergleich zu meinen E-Helis.
Vor einigen Wochen kam mir das Schicksal zu Hilfe, mein Logo 500SE
schlug hart auf, nachdem der Heckriemen im Landeanflug gerissen war.
Da nun eh' repariert werden musse, wollte ich im Logo den Scoprion
HK4025-890 gegen einen HK4025-1100 tauschen. Als ich den 890er auf
meiner Werkbank liegen sah, kam die Idee den Ornith zu
elektrifizieren.
Vorbereitung:
Den Ornith Verbrenner flog ich mit einer Kopfdrehzahl von 1400rpm.
Damit ist er gut und stabil unterwegs. Einfacher, dynamischer
Kunstflug ist problemlos möglich.Nebenbei bemerkt, den 45er
Magnum hatte ich erst sicher auf Leistung gebracht, nachdem ich den
Standard Dämpfer gegen einen speziellen Heli-Dämpfer von
Zimmermann getauscht hatte und meine MC19 (die nur eine
3-Punkt Kurve hat) gegen eine T8FG mit 5 Punkt Kurve getauscht
hatte. Vor diesen beiden Verbesserungen lief der Motor entweder
heiss, oder brachte nicht ausreichend Leistung, wenn ich ihn
kühler (fetter) eingestellt hatte.
Ausgangspunkt Verbrenner setup
Magnum 45H:
6,5ccm, 1,3kW @ 16000rpm
Motorritzel:
9 Zaehne, Modul 1
Orbith Hauptzahnrad: 89 Zaehne, Modul 1
Abfluggewicht:
3200g + 400g Sprit (Methanol ,15% Nitro,synth.
Oel)
Ornith vorbereiten:
Zunaechst muss der komplette Verbrennerantrieb ausgebaut werden
(Motor nebst Traeger, Kupplung, Anlasserfreilauf, Schalldaempfer,
Tank, Drosselservo). Das erleichtert den Heli um 921g. Der Sprit
(500ml) und Empgänerakku (220g) wird ja auch noch
"entfernt", somit ergibt sich eine "Erleichterung" zum Abfluggewicht
um ca. 1550g. Damit sollte der Ornith mit dem Elektroantrieb nicht
schwerer werden. Das Hauptzahnrad wird weiterverwendet, auf die
Verwendung des Analsser-Freilauflagers als Gegenlager habe ich
verzichtet. Um den Ornit besser auf der Werkbank handhaben zu
können habe ich noch die Blätter und das Landegestell
abgebaut.
Setup Elektroantrieb
Ich verwende sehr gerne den Dark Horse
Advanced Heli Calculator. Damit kann man sehr gut die Eckdaten
eines E-Heli-Antriebs berechnen.
Folgendes setup hat sich damit ergeben:
Scorpion HK4025-890: kV=890 U/V, 2kW @ 6S,80A
(2,7kW@8S)
Motorritzel:
9 Zaehne,
Modul 1 (Übersetzung 10:1)
Regler:
YGE 100 mit
eingebautem 3A BEC im Governer Mode
Kopfdrehzahl :
1550 rpm @
60% Regleroeffnung
Maximalstrom:
80A
peak @ +/- 9 Grad Pitch
Akku:
6S 5000mAH
Gesamtgewicht:
ca. 1300g
Motorträger herstellen:
Da meine Werkstatt eher bescheiden ausgestattet ist, ich habe z.B.
keine Drehbank, habe ich mir einen einfachen Motortraeger erdacht,
den man mit standard Material aus dem Baumarkt, einer Säge plus
Bohrmaschine herstellen kann.
Dazu habe ich zuerst eine Pappschablone hergestellt u
nd die Lage der
Motorwelle eingezeichnet, danach den Motorträger aus einer
1,5mm Aluplatte ausgesägt. Zur Versteifung des Chassis und zur
Herstellung des Abstands dient 10x10mm Alu-Vierkant-Vollmaterial.
Zur Montage habe ich zunächst die Trägerplatte mit
doppelseitigen Klebeband auf die beiden Alu-Vierkant-stäbe
geklebt und gebohrt. Dann habe ich den träger
in das Chassis positioniet und von oben mit einem extra-langen 3mm
Bohrer die ganzen Befestigunslöcher durchgebohrt. Für die
Motorbefestigung habe ich kurze Langlöcher gefeilt, damit ich
das Zahnflankenspiel einstellen kann. Da der Abstand zwischen Motor
und Chassis nur ein bis zwei Milimeter betrug, habe ich das Chassis
noch etwa 4mm im Durchmesser erweitert (Drehmel). Der Träger
wird mit M3x20mm Schrauben und Unterlegscheiben in das Chassis
geschraubt. Damit kann der E-Motor eingebaut und das
Zahnfkankenspiel eingestellt werden (kurze M3 Imbusschrauben werden
mit dem Motor mitgeliefert).
Akku-Auflage herstellen:
Erstes Auswiegen zeigt, dass der Akku vor der Hauptrotorwelle liegen
muss, um den Schwerpunkt einstellen zu können. Da meine
High-Tec-Material-Reserven alle zu klein waren, habe ich die Auflage
kurzerhand aus 2mm Sperrholz hergestellt und schwarz angestrichen
und Löcher entsprechend dem Landegestell gebohrt. Die Auflage
wird einfach zwischen das Chassis und das Landegestell
geschraubt.Selbstklebendes Klettband an Platte und Akku hindern am
verrutschen. Der Akku wird dann noch mit einem Klettband an der
Platte festgemacht.So passet der 6S 5000mAh Lipo gerade so zwischen
Chassis und Akkuauflage.
Ornith fertigstellen: 
Während des Umbaus bleiben Servos, Gyro, Empfänger
eingebaut. Der Empfänger sitzt bei mir vorne unter dem
Chassis-Vorbau, da darauf der Empfängerakku befestigt war. Ich
verwende im Ornith noch Analogservos und benutze deshalb das Regler
BEC, brauche also keinen separaten Empfängerakku. Damit kann
der Regler mit Klettband auf dem Vorbau befestigt werden. Nebenbei
bemerkt, in meinem Logo500SE benutze ich ebenfalls den YGE100, habe
allerdings einen Stützakku 800mAh, um die Strompeaks der
Digitalservos zu pufferen.
Fuer die Reglerprogrammierung benutze ich die YGE Prog card2. Damit
ist der Regler in wenigen Minuten programmiert (neben anderem
Governer Mode, aktiver Freilauf, Startup power auto). Mein T8FG
Sender muss ebenfalls umprogrammiert werden: Gaskurven werden
Geraden mit 0% Motor aus, 60% IDLEUP1 fuer Start und Rundflug
und 70% IDLEUP 2 fuer den Kunstflug. Die Schalter fuer
Standgas und Motor-aus werden deaktiviert.
Die restlichen Einstellungen werden erstmal übernommen, der
Ornith flog ja bisher stabil.
Erstflug des Ornith-E:
Auf dem Flugplatz werden alle Funktionen geprueft, dann die
Rotordrehzahlen gemessen. IDLEUP 1 liefert 1530rpm und IDLEUP
2 1730rpm. Mit 1530rpm am Kopf hebt der Ornith-E ab und steht ruhig
in der Luft. Trimmen war nicht nötig alle Einstellungen vom
Vebrennerheli passten perfekt. Im Rundflug ist der Ornith-E so
gutmütig wie zuvor, eher noch etwas stabiler. Die
Modellflugkollegen bemerken, "das Heck zuckt ja gar nicht mehr". Der
GY 401 hält das Heck jetzt ganz ruhig in der Spur (heading
lock), mit dem Verbrenner hatte der Gyro manchmal sehr zu schaffen,
z.B. weil der Motor schnellen Pitchaenderungen nicht nachkam und
damit starke Drehmomentschwankungen auszuregeln waren. Mit dem
E-Motor und YGE100 Regler im governer mode, bleit die Kopfdrehzahl
immer konstant.
Der HK4025-890 mit 6S bietet etwas mehr Leistungsreserven als der
6,5ccm Magnum und mit 1730rpm am Kopf geht der Ornith-E nun viel
besser durch alle Figuren.
Eine kleine Randbemerkung, ein 3D Heli wird der Ornith durch den
Umbau nicht, war er aber auch mit dem 6,5ccm Magnum nicht. Er wird
aber noch stabiler und verbindet nun eine gute, stabil fliegende
Mechanik mit der Zuverlaessigkeit und dem einfache Handling eines
E-Antriebs: Akku befestigen, einstecken und los gehts... und v.a.
nach der Landung kein Oel mehr wegputzen :-).
Der Aufwand hat sich gelohnt und der Ornith-E ist wieder häufig
mit auf dem Flugfeld dabei. Der finanzielle Aufwand für den
Umbau beläuft sich auf etwa 300Euro (ohne Akkus).

Technische Daten Ornith-E:
Ornith Standard Mechanik
Rotorblaetter:
Blattschmied JAZZ 550
Rotordurchmesser:
1250mm
Haptzahnrad:
original, 89 Zaehne,
Modul 1
Motor:
Scorpion HK4025-890, 890 U/V, 2kW @
6S,80A
Motorritzel:
9 Zaehne,
Modul 1 vom Kyosho Caliber 550E
Regler:
YGE 100 mit
eingebautem 3A BEC
Sender:
T8FG 2,4Ghz
Empfaenger:
Robbe/Futabe 6008
TS-Servos:
Graupner C5077
Gyro:
GY401
Heckservo:
Graupner
DS8700
Kopfdrehzahl :
1550 rpm @
60% Regleroeffnung und 1730rpm mit 70% Regleroeffnung
Maximalstrom:
80A
peak @ +/- 9 Grad Pitch
Akku:
6S 5000mAH (SLS EP oder
Dymond ZC)
Abfluggewicht:
3500g